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Rückblicke - Erinnerungen - Bilder |
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Inhalt Vorwort |
Dorfstraße, Höfe oder die gemähten Wiesen waren
Spielplätze für die Kinder. "Heppehäisje", Dopp- und Ringschlagen wechselten sich in den
Jahreszeiten ab mit "Gappballe" (vor allem Ballspiele gegen Scheunentor und Hauswand,
die "Probe") und "Klickern".
"Kleggarekäilcha" waren auf den unbefestigten Höfen und
Straßen überall schnell mit dem Absatz in den Boden gedreht. Der sanft gewellte Hof aus
Schieferfelsen von Hiestasch Lien
(Haus Nr. 18)
war vor allem im Frühjahr ein
bevorzugtes Klickergebiet. Die Lien (Lenchen Hesser) war seit ihrer Kindheit taub, lebte
mit Kuh und Schwein, Katze und Hund viele Jahre allein in dem großen Haus, und sie
liebte und verwöhnte die Kinder ( nicht nur die Nichten und Neffen, die regelmäßig aus
Bonn zu ihr in die Ferien kamen ).
Günstig war vor allem auch, dass ihr Hof unmittelbar
gegenüber der Kapelle lag, denn so konnte man in der Fastenzeit, wenn es zur
Kreuzwegandacht läutete, ganz schnell in der Kirche sein zum "Stationebäre".
und versuchte, durch die Sprossen ihre
Schuhe zu erreichen - Gelang es ihm, einen Schuh zu berühren, rief er schnell
"anna-wanna-Schohbrenna" und war erlöst und konnte selbst auf den Wagen, während der
Erwischte seine Rolle als Fänger übernehmen musste.
"Kaiser, wie weit darf ich reisen?", "Machet auf das Tor", "Taler, Taler, du mußt wandern", Kreisspiele oder "Dreh dich nicht um, denn der Plumpssack geht um" - was man hierzulande auch "Faul Ei" nannte. Besonders beliebt war "Bille - Balle - Buff": Einer der
Mitspieler, der vorher ausgelost wurde, hatte den Ball und rief: "Bille - Balle - Buff,
ane fia dä Schnuff, ane fia.... ". Hier warf er den Ball in die Höhe und rief dabei den
Namen eines Mitspielers, der dann versuchen mußte, den Ball ze gappsche. Gelang ihm das, durfte er (oder sie!) seinerseits mit "Bille - Balle - Buff" den Ball hochwerfen und einen Namen rufen. Konnte der Aufgerufene den Ball nicht fangen, musste er, sobald er ihn in die Hand bekam, "Halt!" rufen und so die übrigen Spieler, die inzwischen wegrannten, zum Stehen bringen. Er versuchte nun, einen von ihnen "abzuwerfen". Gelang es ihm, war der dann an der Reihe, den Ball zu werfen.
Fertiges "Spielzeug" gab es in früheren Zeiten auf dem
Land nur wenig, aber an Spielmaterial und Spielraum mangelte es deshalb keineswegs.
(vgl. Bilder unten)
Ein beliebter Zeitvertreib war natürlich das "Schelmesteckelcha mache". Wer erinnert sich noch an das "Kennelepuutse"? Die Kennele, d.h. die Abwasserrohre vom "Wassastein", dem Spülbecken in der Küche, führten meist einfach durch die Küchenwand und endeten draußen im "Grawwe". Puutste man nun mit dem Mund von draußen in den Kennel, löste das Dröhnen in der Küche einen ziemlichen Schrecken aus. Noch durchschlagender und fast schon "krimenäll" war die Wirkung natürlich, wenn man statt nur ins Rohr zu tuten Pulverplättchen oder andere Knallkörper an der Rohrmündung einsetzte! Für die ältere Schuljugend und die, die "schunn ous da
Schul woare", ließ die Mitarbeit zu Hause und auf dem Feld nur wenig Zeit übrig. Die
Freizeit begann in der Woche erst am Abend. Da traf man sich am Backes, saß meist noch
ein Stündchen "of da Stämm" (den Stämmen, die aus dem Wald geholt, verkauft und bis zum
Abtransport am Backes gelagert waren) und "sproochte", machte seine Späße und sang
gemeinsam Volkslieder. -
Wer noch in die Schule ging, musste sich allerdings spätestens, "wenn et Bätglock gelaut hat", nach Hause begeben. Dann ging nämlich der Lehrer oft durchs Dorf, um zu kontrollieren, wer da noch auf der Straße war! "Kindersünden" - heitere Kindheitserinnerung aus vergangenen Tagen Hiestasch Hedwig (Frau H. Görgen, geb. Hesser) ist mit 93 Jahren eine der ältesten gebürtigen Zelser. Zwar hat sie das Dorf schon in jungen Jahren verlassen, aber Geschichten von früher sind in ihrer Erinnerung so lebendig wie eh und je. In ihrer Kindheit war das Beichtengehen am Samstag eine
sehr ernste Sache. Schon Tage vorher wurde das "Gewissen erforscht", und die Sünden
wurden auf einen Zettel aufgeschrieben und an einem sicheren Ort verwahrt.
Ein anderes Mal saß sie bei der Gewissenserforschung in
der Stuff. Als Hilfe dabei diente der "Beichtspiegel" im Gebetbuch, ein Verzeichnis der
häufig vorkommenden Sünden.
Lauter kleine Zelser
Pferdchenreiten macht Spaß
Im Umgang mit Tieren und Technik sind die Dorfkinder früh geübt.
Kinderspiele in Sommer und Winter.
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