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Vorwort
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Der Landbesitz der Bauern in unserem Dorf war natürlich
immer sehr unterschiedlich. Da gab es die Armen, die nichts oder kaum mehr als 1 Hektar
besaßen, und die "Reichen" mit bis zu 15 ha. Zirka 3 bis 4 ha hatte der
durchschnittliche Bauer, mit 6 ha war man relativ "wohlhabend", und die "reichen Bauern"
besaßen in Zelse und Birrasch bis zu 15 ha.
Gerechnet wurde hierzulande allerdings früher nicht in Hektar und Ar; die
gebräuchlichen Flächenmaße waren vielmehr: Morgen, Viertel und Ruten,
deren Größe in den einzelnen Ländern (Preußischer Morgen, Hessischer Morgen etc.)
variierten.
Im Laufe der Zeit zerfielen durch Erbteilung die einzelnen Felder in immer kleinere
"Stegga", so dass die Gemarkung allmählich wie ein Flickenteppich aussah (vgl. Pläne der
Gemarkung vor und nach der Zusammenlegung von 1957 auf den folgenden Seiten).
Pro Hektar zerfiel das Feld, einschließlich der Wiesen, in bis zu 12 mehr oder
weniger kleine Parzellen oder "Stegga", die über "de ganze Floar", also die ganze
Gemarkung, verstreut lagen.
Um in der Heuernte einen kleinen Heuwagen zu füllen, musste man oft drei
verschiedene Wiesen anfahren, wo man jeweils "e Spetzje" sein eigen nannte.
Die Wege bis zu den entferntesten Feldern, die man zu Fuß oder mit dem von den sehr
gemächlichen Kühen oder Ochsen - in den wenigsten Fällen vom Pferd - gezogenen Wagen
zurücklegen mußte, dauerten nicht selten dreiviertel Stunden; das war, den Rückweg
eingerechnet, meist länger als die eigentliche Arbeit dauerte.
Konnte man sich nach der Arbeit auf einer Ladung Klee, Getreide- garben oder gar
auf frischem Heu nach Hause schaukeln und rütteln lassen, dann war so eine
Heimfahrt eine willkommene Ruhepause an einem arbeitsreichen Tag: Man saß oder
lag halb eingesunken in die kühle, duftende, weiche oder auch pieksende
Unterlage, träumte in den Himmel und konnte dabei Getreidekörner kauen oder
süßen Nektar aus Kleeblüten saugen.
Die "kleinen" Bauern hatten höchstens zwei Kühe im Stall; das bedeutete, daß
sie zum "Fahren", zum Anspannen also, auf Nachbarschaftshilfe angewiesen
waren, wenn eine Kuh gerade gekalbt hatte. 4 bis 6 Stück Vieh (z.B. 4 Kühe und 2
Ochsen) waren der durch- schnittliche Viehbestand. |
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Nikolais Johann fährt das auf den gepachteten
Wegrändern gemähte Gras nach Hause |
Die Pferde im Dorf konnte man meist an
zwei Händen abzählen.Kräftige Pferde wurden im Winter oft auch im Wald eingesetzt zum
"Schorje" ( d.h. gefällte Baumstämme aus dem Wald schleppen). Es war eine schwere
Arbeit, denn es ging in dem unwegsamen Gelände oft "gäh" bergauf und abwärts. Aber die
Arbeit im Wald - mit oder ohne Pferd - war im Winter immer ein willkommener
Zuverdienst.
(1) Ausschnitt aus dem Zelser Urkataster (Flurbuch) von 1835
Auf dieser Karte wird an den zahlreichen schwarzen Linien anschaulich sichtbar, in
wie viele winzige Parzellen zu dieser Zeit die Felder in der Zilshausener Flur
aufgesplittert waren.

(Es handelt sich um die Fluren im Südwesten des Dorfes in Richtung Kaisert und
Düppenberg)
(2) Der gleiche Ausschnitt aus dem Katasterplan nach der Flurbereinigung von
1957
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Die durchschnittliche
Feldergröße war
zu dieser Zeit etwa
0,65 Hektar |
(3) Das neue Wegenetz im gleichen Bereich nach der Felder-Zusammenlegung 2001
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Die durchschnittliche
Feldergröße beträgt
jetzt etwa 4,0 Hektar |
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