Inhalt
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1947-50 |
1951 |
1952/53 |
1954/55 |
1955/56 |
1956/57 |
1957/58 |
1958/59 |
1959/60 |
Nachtrag: Auszüge aus dem Verwaltungsbericht
der Amtsverwaltung Treis 1947-59
DIE JAHRE 1947 bis 1950
Große Trockenheit
Das Jahr 1947 zeichnete sich durch große Trockenheit aus. Die letzten Winter brachten
nicht genügend Feuchtigkeit, so dass der Grundwasserspiegel immer mehr sank. Es folgte ein
ziemlich trockenes Frühjahr, so dass die Wasserreserven bald verbraucht waren. Schon zeigte
sich überall die Wasserarmut. Quellen versiegten, die wenigen Dorfbrunnen waren bald leer.
Da unsere Wasserpumpe nur ungefähr 1/6 des Quellwassers ins Wasserhaus pumpte, gab es
nur an einem Tag in der Woche Wasser. Für das Vieh fuhr man mit Jauchefässer Wasser aus
dem "Pfingstbor" herbei. Kochwasser wurde aus dem "Hahn" getragen. Den ganzen Sommer
hindurch bis in das Spätjahr hinein war es sehr heiß. Temperaturen von 33 Grad im Schatten
wurden gemessen.
Die Heuernte fiel schlecht aus. Die Winterfrucht erbrachte noch einen einigermaßen
Ertrag, nicht aber die Sommerfrucht. Ganz schlecht sah es mit den Hackfrüchten aus. In
vielen Äckern wurden noch nicht einmal die Saatkartoffeln geerntet. Dazu waren alle
Kartoffeln ganz dünn.
Genauso war es mit den Runkelrüben und dem Kohlgemüse. Pro Person gab es 1 Zentner
Einkellerungskartoffeln. Für den Normalverbraucher war es eine besonders arme Zeit. Die
Monatsration an Fett betrug pro Kopf 15 Gramm. Für Reichsmark war nichts mehr zu kaufen.
Der Tausch blühte. Besonders aus der Pfalz kamen fast täglich Männer und Frauen vor allem
mit Tabak, um ihn gegen Lebensmittel bei den Bauern einzutauschen.
Das Vieh wurde im Herbst täglich auf die Wiesen getrieben, wo es die paar dürre
Hälmchen noch abgraste. Über Winter konnte es mit dem wenigen Futter gerade noch am
Leben erhalten werden.
Neubau des Backhauses
Das alte Backhaus, das in den letzten Kriegstagen während der Beschießung des Dorfes
baufällig geworden war - man hatte es gleich abgestützt, damit noch gebacken werden konnte
- wurde im Jahre 1949 abgerissen und neu aufgebaut.
Am 25. 4. wurde in der Fronde mit den Vorarbeiten begonnen. Der Maurermeister Eckes
und Hiester Ernst von hier hatten den Bau übernommen. Der neue Bau, der schnell
vorangetrieben wurde, hat in seinem Innern einen Backraum mit zwei modernen Backöfen,
ein Spritzenhaus, einen Baderaum, im Oberstock einen Gemeindesaal und zwei Zimmer. In
der Kirmeswoche, am 17. Juli 1949, wurde zum ersten Mal in den neuen Öfen gebacken.
In demselben Jahre wurde eine Motorspritze mit neuen Schläuchen angeschafft. Auch
der Ausbau des Baderaumes, der vier Badekabinen enthält, wurde sofort in Angriff
genommen. Alt und Jung machten eifrig von dieser Brausegelegenheit Gebrauch.
Neue Pumpstation
Die Wasserversorgung während der letzten Jahre ließ sehr zu wünschen übrig. Trotzdem
man die Rohrleitung von der Quelle aus erneuerte, die Pumpe überholen ließ, lieferte sie nicht
genügend Wasser. Die alte Pumpe, die mit Wasser getrieben wurde, verbrauchte ca. 5/6 der
gesamten Wassermenge als Kraft. Das eine Sechstel, das in das Wasserhaus gepumpt wurde,
reichte bei weitem nicht für das Dorf aus. Jeden dritten Tag wurde die Leitung aufgedreht - in
ein paar Stunden war das Wasser alle. Um diesem Übelstand abzuhelfen, beschloss die
Gemeindevertretung, den Bau einer neuen Pumpstation in die Wege zu leiten. Die
Maurerarbeiten wurden ausgeschrieben und dem Bauarchitekten Neef aus Treis übergeben.
Am 2. 5. 1950 wurde mit den Vorarbeiten begonnen. Zwei Pumpen, Druckkessel und
Entsäuerungsanlage wurden eingebaut und am 20.7.1950 konnte die Anlage in Betrieb
genommen werden.
Tod des hochwürdigen Herrn Peter Ketter
Am 19. November 1950 traf von Treis aus die traurige Nachricht vom plötzlichen Tode
Professor Dr. Ketter ein.
Der Verewigte war geboren am 16. März 1885 in Zilshausen, besuchte das Gymnasium
und Konvikt in
Prüm, das Bischöfliche Priesterseminar in Trier und empfing dort am 12.
August
1911 im Hohen Dome die heilige Priesterweihe aus der Hand des hochseligen Bischofs
Michael Felix Korum, dem er später durch fünf Jahre hindurch als letzter Geheimsekretär
dienen und im Tode beistehen sollte. Vorher hatte er nach kurzer Kaplantätigkeit in Koblenz,
St. Josef, seine Studien an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg, an der er im
Jahre 1916 das theologische Doktorat erwarb, fortgesetzt. Bald nach dem Tode Bischofs
Korum wurde er als Dozent der Neutestamentlichen Exegese an das Bischöfliche
Priesterseminar in Trier berufen, diente aber gleichzeitig noch zwei Jahre dem Nachfolger im
Bischofsamt, Erzbischof Dr. Franz Rudolf Bornewasser, als Geheimsekretär.
Am 1. April 1924 wurde er zum Professor ernannt.
Durch mehr als ein Vierteljahrhundert hat er mit heiligem und rastlosem Fleiß der hohen
Aufgabe gelebt, die werdenden Priester des Bistums und darüber hinaus die ständig
wachsende Gemeinde seiner segensreichen schriftstellerischen Tätigkeit als Bibelübersetzer
und -erklärer in das Gotteswort des Neuen Testamentes einzuführen, und war überdies
unermüdlich tätig im Beichtstuhl und in der Seelenleitung, namentlich in
Schwestergemeinschaften.
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Trotz geschwächter Gesundheit gab er diese Tätigkeit nicht auf,
als das Vertrauen des Bischofs ihm am 15. November 1943 das ehrenvolle Amt einen
Canonicus Theologus im Kapitel der Hohen Domkirche zu Trier anvertraute. Mitten aus
seiner rastlosen Tätigkeit ist er abberufen worden; noch am Vortage seines Todes hat er im
Priesterseminar seine letzte exegetische Vorlesung über die Verkündung des Engels an Maria
gehalten und abends bis 19.30 Uhr in der Hohen Domkirche Beichte gehört.
DAS JAHR 1951
Der Pfarrvikar Schmitt, der seit Januar 1941 als Seelsorger hier tätig war, verließ unsere
Pfarrei am 25. Juli 1951. Die Verwaltung hat der Pfarrer von Sabershausen.
Am 1.10.1951 trat Lehrer Werner, der seit dem 1.7.1934 hier tätig war, die erste
Lehrerstelle in Niederspay am Rhein an.
Am 6.12.1951 wurde Lehramtsanwärter Erich Boosfeld die Verwaltung der freien
Schulstelle in Zilshausen übertragen.
Er übte dieses Amt vertretungsweise bei Ostern 1952 aus. Die Schulstelle Zilshausen
wurde vom 1.10.1951 bis 6.12.1951 durch die Lehrer von Lieg, Herrn Schrader und Fräulein
Neef geführt.
Am 15.12.1951 wurde Pater Hesser, der vor etwa einem halben Jahr, nach 44-jähriger
Tätigkeit in China, in seine Heimat zurückkehrte, mit der Verwaltung der Pfarrstelle in
Petershausen beauftragt. Pater Hesser ist seither in unserer Schule als Seelsorger tätig.
Die Opfer des Krieges
Zwischen 1939 und 1945 sind gefallen:
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Name |
Geburtstag |
Todestag |
Todesort |
| | 1. Oster, Philipp | 11.01.1910 | 08.01.1940 | Venusberg, Bonn |
| | 2. Liesenfeld, Josef | 05.03.1917 | 30.06.1941 | Bialistok, Rußland |
| | 3. Schug, Hermann | 29.09.1917 | 28.07.1941 | Alexandrowka, Rußl. |
| | 4. Meinhard,Bernhard | 16.02.1918 | 03.11.1941 | Sjachowo, Rußland |
| | 5. Wendling, Alois | 11.09.1922 | 11.02.1942 | Rußland |
| | 6. Pies, Werner B. | 12.09.1921 | 20.03.1942 | Wien, Österreich |
| | 7. Nikolai, Herman | 24.09.1918 | 28.04.1942 | Kertsch, Rußland |
| | 8. Schug, Philipp | 27.02.1920 | 22.07.1942 | Stalino, Rußland |
| | 9. Oster, Ernst | 30.04.1913 | 05.12.1942 | Catania, Sizilien |
| | 10. Görgen, Wilhel | 08.04.1917 | 14.10.1943 | Rußland |
| | 11. Ketter, Adolf | 14.03.1926 | 10.02.1944 | Nettuno, Italien |
| | 12. Wendling, Vinzens | 14.05.1925 | 12.02.1944 | Rußland |
| | 13. Münch, Hermann | 28.12.1922 | 03.08.1944 | Rußland |
| | 14. Nikolai, Johann | 05.08.1924 | 13.04.1945 | Waldenburg |
| | 15. Pies, Johann | 19.07.1902 | 16.04.1945 | Zerbst |
| | 16. Oster, Hermann | 06.03.1912 | 30.04.1945 | Alt-Ruppin |
| | 17. Kaspers, Josef | 01.01.1910 | 13.06.1945 | Karaganda |
| | 18. Steffens, Karl | 31.10.1917 | 27.08.1946 | Zilshausen |
| | 19. Zilles, Fritz | | 02.04.1945 | Okovo, Rußland |
Im Krieg 1939 - 1945 vermisst sind:
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1. Eckes, Richard |
17.01.1913 |
Mai 1942 |
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Rußland |
| | 2. Kipper, Alex | 20.12.1911 | Januar 1944 | | Stettin |
| | 3. Schug, Heribert | 26.04.1926 | Juli 1944 | | Rußland |
| | 4. Sabel, Ignatz | 17.05.1925 | Juli 1944 | | Frankreich |
| | 5. Weinem, Josef | 03.03.1909 | Januar 1945 | | Polen |
| | 6. Holzhauser, Philipp | 27.02.1912 | Januar 1945 | | Rußland |
| | 7. Henrichs, Paul | 29.03.1921 | Februar 1945 | | Ostdeutschland |
Am 14.3.1945 sind durch Artilleriebeschuß im Gasthaus Brodam in
Zilshausen ums Leben gekommen:
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1. Olbermann, Maria |
36 Jahre alt |
| | 2. Olbermann, Irmgard | 13 Jahre alt |
| | 3. Olbermann, Klaus-Jürgen | 9 Jahre alt |
| | 4. Brodam, Rosa | 38 Jahre alt |
Sieben Jahre nach Beendigung des Krieges , am 12.6.1952, befindet sich
noch Görgen Werner, geb. 22.3.1914, in russischer Kriegsgefangenschaft . Gebe Gott ihm bald die
Freiheit wieder.
An Kriegsfolgen starb in Zilshausen Ignatz Wendling.
Am 2.4.1945 fiel in Djokovo (Kloster) Rußland, Fritz Zilles von hier.
DAS JAHR 1952/53
Schulangelegenheiten
Mit Wirkung vom 16. Juni 1952 wurde Lehrer Herbert Kral als alleinstehender Lehrer
an die Schule in Zilshausen berufen. Er ist am 31.10.1905 im Sudetengau geboren und zuletzt
wohnhaft in Hof in Oberfranken.
Gleichzeitig wurde Herr Lehrer Boosfeld an die Schule in Moselkern versetzt.
Die Schülerzahl der hiesigen Schule betrug am 1. Juli 1952 im ganzen 40 Kinder, und
zwar 21 Mädchen und 19 Knaben.
Am 14.5. wurde die hiesige Schule durch Herrn Schulrat Dr. Uhle einer Besichtigung
unterzogen, in dem letzterer dem Unterricht von 8 Uhr bis 11.30 Uhr beiwohnte.
Das Schuljahr schloss am 27. März 1953, die Osterferien dauern bis zum 14. April.
Wetter und Feldfrüchte
Der Stand der Feldfrüchte und Gemüsekulturen ist gut, da sich das Frühlingswetter
durch Feuchtigkeit auszeichnete; ebenso verspricht die Heuernte einen reichen Ertrag.
Seit dem 26. Juni herrscht in ganz Europa eine unvorstellbare Hitzewelle. Tag für Tag
brennt die Sonne erbarmungslos auf Erde, Tier und Mensch, so dass tagsüber Arbeiten auf
dem Felde unmöglich auszuführen sind. Am 5. Juli, eines der heißesten Tage, zeigte das
Thermometer 38 Grad im Schatten. Auch der Schulunterricht leidet durch die beinahe
tropischen Temperaturen, da bis zu 30 Grad Wärme im Klassenzimmer gemessen werden.
Wassermangel, schlechter Stand der Klee- und Futterfrüchte, sowie Hitzschläge sind die
Folgen. Bis jetzt hat sich allerdings die Wasserleitung in Zilshausen bewährt und liefert trotz
Überbeanspruchung weiterhin das kostbare Nass.
So heiß und trocken sich der Sommer zeigte, so feucht und kühl wurde der Herbst. Als
wollte er das einbringen, was der hitzige Sommer versäumt hatte, brachte die Zeit von Ende
August bis Mitte November Niederschläge, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt worden
sind. Es verging kaum ein Tag, an dem es nicht regnete. Felder und Gärten, die schon
bedenklich unter der Trockenheit gelitten hatten, erholten sich in wenigen Tagen. Auch die
Kartoffeln, die heuer außerdem unter dem Befall des Kartoffelkäfers gelitten hatten, fingen im
September neu an zu grünen, ja es zeigte sich der seltene Fall, dass im September die
Kartoffelfelder in üppigster Blüte standen und der sogenannte "Zweiwachs" die Folge war.
Die Obst- und Getreideernte war recht gut, auch die Kartoffelfelder lieferten gute Erträge.
Schulangelegenheiten
Das Schuljahr 1953/54 begann am 14. April mit 23 Knaben und 22 Mädchen, also
insgesamt 45 Schülern.
Mit Beginn der Sommerferien verließen unsere Schule 7 Kinder, die ihre Schulpflicht
beendet hatten. In einer schlichten Feier wurden den Entlassschülern die Bedeutung neuen
Lebensabschnittes in Erinnerung gerufen. Nach Verteilung der Entlassungszeugnisse wurden
diese Kinder (2 Knaben und 5 Mädchen) aus dem Volksschulleben verabschiedet.
Glockenweihe
Unsere Pfarrkirche in Petershausen besteht nun 50 Jahre. Bei ihrer Einweihung im Jahre
1905 riefen drei Glocken die Gläubigen zu dem weihevollen Akt. Doch schon wenige Jahre
später - im ersten Weltkrieg - mussten zwei Glocken abgeliefert werden.
Durch eine Stiftung des inzwischen verstorbenen Prof. Dr. Peter Ketter wurde das
Geläute in den 20er Jahren wieder ergänzt, doch im Zweiten Weltkrieg gingen auch diese
Glocken wieder verloren. Der Tatkraft und Einsatzfreudigkeit unseres hochwürdigen alten
China-Missionars Pater Alois Hesser und der Opferfreudigkeit der beiden Seelsorgen
Zilshausen und Lahr ist es zu verdanken, dass unsere Kirche wieder drei schöne, volltönende
Glocken besitzt. Viele Monate musste gespart werden, mussten alle katholischen Familien
Opfer bringen, um die Summe von 8000 DMark, die die beiden neuen Glocken samt
Transport, Unkosten und Montage kosteten, aufzubringen. |
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Am 19. Juli 1953 war es nun so weit. In der über und über mit Blumen und Girlanden
geschmückten Kirche, unter reger Beteiligung der ganzen Pfarrei weihte Pater Hesser unter
Assistenz von drei Nachbargeistlichen die aufgestühlten neuen Glocken auf die Namen:
"Aloysus" und "Magdalena".
Es ist unser Wunsch, dass die neuen Glocken auf viele Jahrzehnte hinaus Künderinnen
von Freud und Leid bleiben mögen.
Frostige Eisheilige
Ende April und anfangs Mai zeigte sich der Frühling in voller Pracht. Verlockt durch die
warme Sonne und durch die milden Nächte, standen Sträucher und Bäume in voller Blüte.
Doch da kamen die berüchtigten "Eismänner" und mit ihnen scharfe Nordluft, ja sogar
Schnee und Frost. Besonders in den Seitentälern von Mosel und Rhein wirkte sich dieser
Wetterumschwung katastrophal aus. Die Nachttemperaturen bis zu -5 Grad vernichteten die
Blütenbehänge der Weinstöcke bis zu 50 Prozent. Zum Glück brachte diese Wetterunbill
unseren Höhengemeinden keinerlei Schäden. Gerade die Höhenlage bewirkte, dass im
Hunsrück keine Frostschäden aufgetreten waren.
Ungünstiges Sommerwetter
Das überaus günstige Wetter des Sommers - feuchtwarme Nächte, Sonne und zahlreiche
Gewitterregen - bewirkten, dass sich Getreide, Futter und Rüben und sämtliche Gemüsesorten
prächtig entwickelten. Die heimatlichen Wälder lieferten einen wahren Segen von Pilzen aller
Art, unzählige Himbeeren und Unmassen von Brombeeren. Auch an Haselnüssen und
Bucheckern gab es eine Überfülle. Die zahllosen Obstbäume unserer Heimat konnten beinahe
die Fülle der wunderbaren Äpfel und Zwetschgen nicht tragen. Zwar fürchteten die Bauern,
dass die diese Riesenernten nicht verkaufen würden, doch war speziell auch nach Zwetschgen
rege Nachfrage, für 1 Zentner wurden immerhin 6,50 DM erzielt.
Bundestagswahlen
Die Neuwahlen des zweiten deutschen Bundestages wurden am Sonntag den 6.
September 1953 nach durchweg ruhigem Verlauf abgeschlossen. Sie hatten dem Inland und
Ausland gezeigt, dass die Bevölkerung der Bundesrepublik mit überwältigender Mehrheit
nicht nur hinter der Politik des Bundeskanzlers steht, sondern dass sie erneut hinter ihn trat
mit einem Wahlergebnis, wie es noch nicht da war in der deutschen Parlamentsgeschichte:
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Parteien |
Stimmen |
% |
Sitze |
| | SPD | 8 Millionen | 28,2 | 155 |
| | FDP | 2,6 Millionen | 9,5 | 48 |
| | BHE | 1,6 Millionen | 5,9 | 27 |
| | DP | 0,9 Millionen | 3,3 | 15 |
| | KPD | 0,6 Millionen | 2,2 | - |
| | Sonstige | 1,3 Millionen | 5,1 | |
Zerstörung und Wiederherstellung unserer Ortskapelle
Unsere Ortskapelle in Zilshausen hat eine bewegte Zeit hinter sich. Vor über 100 Jahren,
anno 1847 wurde sie erbaut, und es fehlten nur drei Jahre an ihrem hundertjährigen Bestande,
als das Schicksal des zweiten Weltkrieges auch ihr harte Wunden schlug - es war im März
1945.
Die Amerikaner standen in den Bergen der Eifel und beschossen mit Kanonen unser
kleines Örtchen. Furchtbare Schäden an Gut und Leben wurden im Dorf angerichtet.
Auch unser Kapellchen wurde hart in Mitleidenschaft gezogen. Durch Volltreffer
wurden Turm, Giebel und Dach zerstört. Herabfallende Trümmer zerbrachen und verwüsteten
die Inneneinrichtung.
Durch 5 Jahre war es infolge Mangels an Baumaterialien unmöglich, an eine
Wiederherstellung zu denken. Im Frühjahr 1945 wurde sie daher baupolizeilich geschlossen.
Da die Gefahr bestand, dass der beschädigte Turm einstürzte, wurde dieser im Jahre 1950
gestützt. Seit seiner Amtsübernahme stellte es sich unser bewährter Ortsbürgermeister
Scheuer als vornehmstes
Ziel, die beschädigte Kapelle von Grund auf wieder aufzurichten. Er scheute weder Zeit
noch Mühe, diesen Plan zu verwirklichen, doch galt es vor allem, den Staat zu gewinnen, der
uns durch eine angemessene Subvention helfen sollte. Hier war es Landtagsabgeordneter
Platten aus Mörsdorf, der uns durch viele Vorsprachen und wohlbegründete Anträge zu dem
Landeszuschuß verhalf.
Im Frühsommer begann ein fleißiges Arbeiten. Nach Abräumung des Schuttes wurden
die beschädigten Mauern ausgebessert, die Inneneinrichtung renoviert und gemalt, die Fenster
neu eingesetzt, die Bänke gestrichen - und schließlich wurden für die Gefallenen beider
Kriege zwei Kriegerdenkmaltafeln errichtet. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass Herr
Bauingenieur Paulus selbstlos mit Rat und Tat den Bauverantwortlichen zur Seite stand.
Schließlich sei noch vermerkt, dass sich die Baukosten auf 15.000 DM beliefen.
Am Buß- und Bettag, den 18. November 1953, war nun der festliche Tag, an dem das
wieder hergestellte Kirchlein in einem würdevollen Feierakte von unserem Pater Hesser
eingeweiht
und der Gemeinde übergeben wurde. Möge sie noch vielen Geschlechtern zur Ehre
Gottes erhalten bleiben!
Milder Winterbeginn und frostreiches Winterende - Rhein zugefroren
Das Wetter des Winters 1953/54 wird wohl lange unvergessen bleiben. Zu Beginn zeigte
es sich äußerst gnädig und mild. Die tage im November waren außergewöhnlich mild mit viel
Sonnenschein und warmer Meeresluft. Es kam die Weihnachtszeit heran ohne dass es einen
einzigen Frost gegeben hätte, in den Gärten konnte man ohne Unterbrechung spätblühende
Blumen schneiden, das Unkraut wucherte wie zur Sommerzeit, und auch die Zugvögel ließen
sich Zeit; noch im Dezember konnte man allerorts vergnüglich flötende Stare beobachten. Die
Herren Wetterfrösche, das heißt, diejenigen, die etwas von der Wettervorhersage verstehen
wollen, schrieben viel und deuteten den milden Winter auf verschiedenste Art. Nur das eine
wußte und ahnte von den gelehrten Herren niemand, dass sich der Winter nicht spotten ließe.
Was niemand gehofft hatte, trat ein: Kurz nach Neujahr wurde es kalt, täglich sank die
Temperatur um einige Grade tiefer, um am 31. Januar mit -20 Grad Celsius ihren tiefsten
Stand zu erreichen. Dabei war der Erdboden vollkommen schneefrei, so dass der Frost
ungehindert eindringen konnte. Zahllose Frostschäden an Wasserleitungsrohren waren die
unausbleibliche Folge. Die lange Frostperiode brachte es auch mit sich, dass die Mosel und
sogar der Rhein vollkommen zufroren. Ein seltenes Schauspiel das Neugierige aus nah und
fern anlockte. Die Schiffahrt war lahmgelegt und die eisbepanzerten Flüsse konnten von
Passanten, Radfahrern und sogar von Pferdefuhrwerken überquert werden. Zum Glück setzte
ab 9. Februar allmähliches Tauwetter ein - ohne Niederschläge - so dass sich die bis zu 50
cm dicke Eisdecke ohne Stauungen und größeren Eingang ablöste.
Erholungsurlaub des Pater Hesser
Unser Seelsorger, Pater Alois Hesser, der sich in letzter Zeit krank fühlte, trat am 22.
Februar einen mehrwöchigen Erholungsurlaub an. Als Stellvertreter fungierte
Missionspriester Pater Kirsch aus dem Saargebiet.
Rückkehr von Werner Görgen aus russischer Kriegsgefangenschaft
Wie der Chronist bei der Aufstellung der Vermißtentafel bemerkte, befand sich der
Zilshausener Bürger Werner Görgen noch immer in russischer Kriegsgefangenschaft. Wie ein
Lauffeuer verbreitete sich Ende November 1953 daher die Nachricht im Dorfe, dass der
Gefangene endlich in seine Heimat zurückkehre. Als seine Ankunft auf dem Bahnhof in
Karden bekannt wurde, setzte man alles in Bewegung, um dem Eintreffenden einen würdigen
Empfang zu bereiten. Mit Girlanden, frischem Grün, Blumen und Fahnen hatte man sein
Elternhaus geschmückt. Als das Auto abends um 7 Uhr in den Ort einrollte, hatten sich nicht
nur Lehrer und Schulkinder, Pfarrer und Bürgermeister versammelt, sondern auch fast
sämtliche Ortseinwohner. Mit herzlichen Begrüßungsworten wurde der Rückkehrer Werner
Görgen von Ortsbürgermeister Scheuer, Pater Hesser, einem Mädchen und von
Amtsbürgermeister Häbler willkommen geheißen. Für den Willkommensgruß dankend, nahm
dann Werner Görgen selbst das Wort und schilderte seine Erlebnisse auf der Heimreise aus
dem bolschewistischem Russland. Nach dieser ergreifenden Feierstunde, die von eifrigen
Reportern im Blitzlicht festgehalten wurde, begaben sich Werner Görgen und alle seine
Freunde in die Ortskapelle, wo Gott durch Gebet und Lied gedankt wurde.
Weltlage
Die weltpolitische Lage sei hier kurz vermerkt:
Der Krieg in Korea ist beendet, dortselbst Waffenstillstand. Auch das Ringen in
Indochina wurde durch einen Waffenstillstand abgelöst. Deutschland nach wie vor in zwei
Hälfte geteilt, alle Bemühungen zu einem Friedensvertrag zu kommen, scheiterten bisher.
Großes Tauziehen der beiden Weltmächte USA und Russland um die Vorherrschaft in
Europa. Beide Großstaaten wetteifern, die größten und alles Leben vernichtenden
Atombomben herzustellen. Deutschland (Westzone) soll wieder Waffen und Soldaten
bekommen. Rheinland-Pfalz ist das Waffenarsenal und der Luftstützpunkt Amerikas. Es
besitzt bereits sieben große und mit den modernsten Düsenjägern ausgestattete Flugplätze.
DAS JAHR 1954/55
Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr brachte neun Schulneulinge, so dass beim Schulbeginn am 27. April
46 Schüler gezählt wurden, und zwar sind es 27 Knaben und 19 Mädchen.
Der Lehrer von Lahr - Valentin Skrzipek -, der 1945 auch kurze Zeit an der Zilshausener
Schule unterrichtete, wurde auf eigenes Ansuchen nach Vettelhoven bei Remagen versetzt.
Da in Rheinland-Pfalz Lehrermangel herrscht, konnte vorläufig keine Ersatzkraft nach Lahr
geschickt werden. Wiederum mussten die Lieger Lehrkräfte (Herr Schrader und Fräulein
Neef) bis Ostern 1954 halbtagsweise übernehmen. Erst mit Schulbeginn am 27.4.1954 bekam
Lahr als neue Lehrkraft den Lehreranwärter Willi Goedert aus St. Goar.
Wetterbericht
Das Wetter im Frühjahr 1954 war ziemlich unfreundlich und kühl, besonders der Mai
zeigte sich gar nicht als Wonnemonat, sondern brachte eisige Winde und kalte Nächte in
Menge. Der Juni zeigte sich dagegen hitzig und brachte bis zu 30 Grad im Schatten, die
Niederschläge und Gewitterregen fehlten. Die Folge war, dass sich Pflaumen , Gräser, Klee
und Feldfrüchte nur langsam entwickelten. Alles hoffte auf einen Ausgleich im Juni; doch
auch dieser Sommermonat versagte vollkommen. Zwar gab es jetzt Niederschläge in großer
Menge, doch war es dabei kühl und windig wie im Oktober.
Eine Katastrophe größten Ausmaßes gab es in Bayern; und zwar im Donaugebiet. Dort
regnete es 60 Stunden hindurch wolkenbruchartig. Die Donau führte eine Hochwasserwelle,
die weite Strecken unter Wasser setzte. Ganze Dörfer wurden überflutet, ganz besonders
wurde die Stadt Passau betroffen, wo Hunderte Menschen Hab und Gut in den Fluten
verloren. Auch auf dem flachen Lande Bayerns richtete die Hochwasserflut ungeheure
Schäden an Vieh und Ernte an. Unsere Heimat blieb zum größten Glück verschont. Wenn
auch verspätet, so konnten unsere Bauern zu Augustbeginn mit der Ernte beginnen. Doch
verzögerte sich die Einbringung sehr, da immer wieder einsetzende Regenschauer die Arbeit
unterbrachen.
Der Tod des Schülers Willi Meurer
Einem tragischen Schicksal fiel der Schüler des 3. Schuljahres, der elfjährige Willi
Meurer, zum Opfer. Bei Feldarbeiten hatte er sich mit der Sense unterhalb des Knies
geschnitten und wurde am nächsten Tage vom Arzt verbunden. Etwa 10 Tage danach stellten
sich starke Rückenschmerzen ein, die mit krampfartigen Anfällen verbunden waren. Der
Junge wurde zwar sofort ins Krankenhaus gebracht, doch erwies sich jede menschliche Kunst
als vergeblich. Nach dreitägigem schwersten Leiden verschied er an Wundstarrkrampf
(Tetanus). Am 5. August 1954 fand die Beerdigung statt, an der sich sämtliche Schüler,
geführt von ihrem Lehrer, beteiligten.
Pensionierung des Schulrates Dr. Uhle
Herr Schulrat Dr. Hans Uhle, der die Schulaufsicht des Kreises seit 1945 führte, trat
infolge der Erreichung der Altersgrenze ab 1. November 1954 in den Ruhestand. Zu diesem
Anlaß versammelten sich am 28.10. in der Aula des Cochemer Gymnasiums aller Erzieher
und verabschiedeten sich von ihrem beliebten Vorgesetzten, dem zahlreiche Ehrungen zuteil
wurden. Gleichzeitig wurde der Lehrerschaft der Nachfolger vorgestellt. Es ist dies Herr
Rektor Goedert zu Cochem.
Hochwasser an Rhein und Mosel
Wie der Chronist schon berichtete, zeichnete sich das Jahr 1954 durch eine
außergewöhnliche Feuchtigkeit und Niederschlagstätigkeit aus. Auch der Herbst und der
Winter machten keine Ausnahme. Kurz nach Neujahr traten die Flüsse Rhein, Mosel und Saar
über ihre Ufer und richteten großen Schaden an. So waren die Orte Zell und Cochem beinahe
von der Außenwelt abgeschnitten, der Pegelstand wurde mit 9,60 m abgelesen und war der
höchste seit 1947.
Mitte Februar begann es erst richtig Winter zu werden. Während im Dezember, Januar
und bis zur Hälfte des Februar überhaupt kein Schnee fiel, Felder und Wiesen grün blieben,
deckte jetzt der Winter alles in eine dicke weiße Schneehülle. Ohne Unterbrechung herrschte
er so bis 21. März, dem Tag des Frühlingsbeginns.
Eine Grippewelle die fast ganz Mitteleuropa heimsuchte, traf auch unser Dorf. Da über
50 Prozent der Schulkinder erkrankt waren, musste vom 21.3. bis 23. März der Unterricht
ausfallen.
Unser Priester und Seelsorger, Pater Alois Hesser, der schon lange Zeit an Herzanfällen
leidet und zuletzt an Gürtelrose schwer erkrankte, musste sich in Krankenhausbehandlung
begeben. Als Stellvertreter amtiert Chinapater Philipp Kaltenthaler.
Wie vor zwei Jahren, so wurden auch heuer Kinder aus der Diaspora, und zwar von
Groß-Munzel aufgenommen. Fünf Kinder wurden so untergebracht, dass drei in Lahr und
zwei in Petershausen wohnen. Letztere besuchen auch die hiesige Schule.
Flurbereinigung
Wie in vielen anderen Orten, so beschloss auch die Gemeinde Zilshausen, sich an der
Flurbereinigung zu beteiligen. Dazu sei erklärt: "Flurbereinigung" bedeutet Ausgleich der
Anteile am Grundbesitz.
Im Herbst 1954 begannen Beamte des Cochemer Katasteramtes mit einigen Hilfskräften
alle Grundstücke neu zu vermessen, eine langwierige und heikle Arbeit, die erst in zwei
Jahren beendet sein soll. Anschließend werden Felder, Äcker und Wiesen neu zugeteilt, und
zwar in der Weise, dass die vielen winzigen Äckerchen und Eckchen verschwinden und dafür
zwar weniger aber größere und mit Maschinen leichter zu bearbeitende Grundstücke
entstehen.
DAS JAHR 1955/56
Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann am 19. April 1955 und brachte auch heuer wiederum 9
Schulneulinge, so dass 48 Schüler und zwar 29 Knaben und 19 Mädchen gezählt wurden.
Renovierung des Gemeindehauses
Das in der Ortsmitte gelegene Backhaus, das auch gleichzeitig den Gemeindesaal (bisher
vermietet) und den Raum für die Feuerspritze enthält, wurde mit einem neuen Anputz
versehen, so dass es sich schmuck in die Front der übrigen Häuser einfügt.
Wahlen
Herr Ortsbürgermeister Scheuer, der schon eine Reihe von Jahren die Geschäfte des
Vorstehers zur vollsten Zufriedenheit versieht, fühlte sich veranlasst, wegen beruflicher
Arbeitsüberlastung sein Amt niederzulegen. Bei der stattgefundenen Neuwahl legten
sämtliche Gemeinderatsmitglieder ihre Stimme einmütig wiederum Herrn Scheuer zu, so
dass dieser, überwältigt von diesem Treuebekenntnis, die Wiederwahl annahm.
Am 15. Mai fand in Rheinland-Pfalz die Wahl des neuen Landtages statt, die auch
diesmal der CDU-Regierung wiederum eine absolute Mehrheit erbrachte.
Unsere Gemeinde brachte folgende Stimmverteilung:
| |
Wahlberechtigte: |
445 |
| | Abgegebene Stimmen | 212 |
| | Ungültige Stimmen | 24 |
| | Gültige Stimmen | 188 |
Davon entfielen auf:
Neuer Hilfspriester
Wie bereits im Vorjahr berichtet, kam zur Hilfsleistung unseres erkrankten Priesters
Pater Kaltemthaler hierher. Leider war dessen Stellvertretung nur von kurzer Dauer, da auch
er plötzlich erkrankte und nach einem Schlagfuß mit Lähmungserscheinungen der linken
Hand ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Als neuer Hilfspriester traf der schon im
Jahre 1953 auf kurze Zeit hier wirkende Missionspriester Pater Michael Kirsch, geb. 4.6.1896,
hier ein.
Firmung
Nach fünfjähriger Pause wurde heuer am 21. Mai in der Pfarrkirche zu Petershausen
durch Weihbischof Dr. Stein das Heilige Sakrament der Firmung an 40 Firmlinge aus
Zilshausen und Lahr erteilt. In der abschließenden Besprechung zwischen Lehrkörper und
dem Bischof drückte Letzterer seine Zufriedenheit über das Wissen der Kinder in Bibel- und
Katechismusstoff aus. Er versprach den Lehrern auch, dass nun durch Pater Kirsch der
Katechismusunterricht wieder regelmäßig erteilt werde, da durch die Erkrankung und
Gebrechlichkeit Pater Hessers dieser lange Zeit schon ausgefallen war.
Schulausflug
Der heutige Schulausflug führte uns mit einem Autobus der Firma Ostermann nach
Treis-Karden. Von dort in die Eifel über Hambuch - Kaisersesch - Laubach nach Ulmen.
Dort und bei Daun wurden die seltsamen Maare besichtigt, unterwegs eine
Limonadenerzeugung und
eine Glockengießerei in Augenschein genommen - und über Bad Bertrich und Cochem
wieder die Heimfahrt angetreten.
Pater Kirsch als Pfarrvikar
Da unser alter Chinapater Hesser infolge seiner schweren Erkrankung (Gürtelrose,
Herzschwäche, Wassersucht) seinen Dienst nicht mehr versehen kann, wurde Pater Kirsch
durch das bischöfliche Konvikt endgültig mit der Verwaltung der Pfarrstelle in Petershausen
betraut.
Schulentlassungsfeier
Die Sommerferien begannen am 24. Juli; der letzte Unterrichtstag war der 23.7. An
diesem Tage erfolgte die Entlassung des 8. Schuljahres. Schon in der Frühmesse wurde vom
Priester in feierlicher Weise und gesungenem Amte, verbunden mit Ansprachen an die Kinder
und Eltern, dieses Tages gedacht. In der darauf folgenden Entlassungsfeier der Schule
versammelten sich alle Schulkinder schön gekleidet im geschmückten Klassenzimmer. Die
Entlassschüler wurden zu ihren mit Blumen geschmückten Plätzen geleitet und ein großer
Teil der um sie versammelten Mitschüler sagten ihren scheidenden Kameraden Sprüche und
Gedichte auf und überreichten ihnen Blumensträuße. Hierauf richtete der Klassenlehrer in
einer Ansprache ermunternde und mahnende Abschiedsworte. Mit dem überreichen der
Entlassungszeugnisse endete die schöne und ergreifende Feier.
Nach dem Austritt der vier Entlassschüler ist also der Schülerstand
folgender:
| Knaben |
25 |
| Mädchen | 18 |
|
| insgesamt | 43 |
Später und harter Winter
Bis spät nach Weihnachten zeigte sich der Winter gnädig. Weder Frost noch Schnee gab
es, und wiederum feierten wir grüne Weihnachten. Die Wetterfrösche sagten schon vielfach,
dass die klimatischen Verhältnisse sich verschoben hätten und wir nur noch milde Winter
erwarten könnten. Doch der Winter ließ seiner nicht spotten. Ende Januar setzte er sich mit
Macht ein, brachte Frost, Eis und Schnee in Hülle und Fülle. Nicht nur im Hunsrück und
Eifel, auch in den Flusstälern lag vier Wochen eine geschlossene Schneedecke. Der Frost
wurde immer grimmiger, das Thermometer sank bei uns bis auf -23 Grad. Rhein, Mosel und
alle anderen Flüsse waren beinahe in ihrer ganzen Länge zugefroren. Tiere und Vögel litten
ungeheure Not
und waren auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Erst in den letzten Tagen des Februars
setzte Tauwetter ein und brachte Eis und Schnee rasch zum Schmelzen. Gottlob trafen die
Befürchtungen nicht ein, dass Hochwasser und Eisgang große Schäden anrichteten. Zwar
stiegen die hochgeschwollenen Flüsse mehrfach über die Ufer, und auch die starke Eisdecke
zerbarst mit großem Getöse, doch verlief diese Gefahr in ruhigen Bahnen, ohne größere
Schäden zu verursachen.
DAS JAHR 1956/57
Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann am 10.4.56 und brachte auch heuer wieder 9 Schulneulinge.
Der Abgang von 3 Kindern in die weiterführende Schule abgerechnet, ergibt also einen
Schülerstand von 49.
Regelung des Organistendienstes
Seit Sommer des Jahres 1952 führte aushilfsweise den Kirchenchor und den Orgeldienst
der Organist aus Korweiler Herr Kneip. Die Wochentagsmessen und Sonn- und
Feiertagsmessen spielte ehrenamtlich der Lehrer aus Zilshausen Herr Kral. Mit dem Fortzug
des Herrn Kneip
wurde nun die Frage offen, wer den Organistendienst übernehmen soll, da die Mitglieder
des Lahrer Kirchenvorstandes sich für ihren Lehrer Goedert einsetzen. In einer Versammlung
des Kirchenvorstandes, zu der auch die beiden Lehrer eingeladen waren, wurde die Frage nun
so gelöst, dass die beiden Lehrer im Orgeldienst abwechseln, während Herr Kral die Leitung
des Kirchenchores übernimmt.
Sommerwetter
Auch das heurige Sommerwetter reihte sich mit seinen vielen Niederschlägen und
trübkalten Tagen würdig an seine Vorgänger an. Schon die Heuernte war total verregnet, aber
auch die Getreideernte litt sehr unter dem Einfluss der Witterung. Wochenlang dauerte es, bis
die letzten
Garben abgeerntet waren. Zum Ernteertrag kann aber gesagt werden, dass dieser sehr gut
und auch reichlich war.
Renovierung des Schulhofes
Unser Schulhof, der gleichzeitig auch als Pausen- und Turnplatz benutzt wird, war
bisher in einem recht vernachlässigten Zustand. Teils durch die letzten Kriegseinflüsse - ein
Geschoss war hier krepiert - teils durch Abnutzung und Wintereinflüsse war die
Asphaltdecke aufgerissen, Brocken, Steine und Schutt lagen überall verstreut. Dies bedeutete
eine ständige Gefahr für die Jugend, denn immer wieder kam es vor, dass Kinder stürzten und
sich Verletzungen zuzogen. Auf wiederholte schriftliche und mündliche Anträge des
Schulleiters wurde nun im heurigen Sommer durch die Gemeinde die Ausbesserungsarbeit
endlich durchgeführt. Beauftragt wurde die Straßenbaufirma Schnorpfeil aus Mörsdorf, die
den Schulhof neu schotterte und mit einer neuen Asphaltdecke versah. Der Kostenaufwand
belief sich auf annähernd 2600 DM.
Neue Handarbeitslehrerin
Frl. Neef aus Lieg, die bisher den weiblichen Handwerksunterricht erteilte, wurde nach
Klotten versetzt. Die an ihre Stelle eingesetzte Lehrerin Frl. Stollwerk erteilt den
Handwerksunterricht auch an unserer Schule.
Gemeinderatswahl
Am 11.11.56 fanden im Schulsaal die Wahlen des Gemeinderats statt. Da die Wähler
keinen Wahlvorschlag eingereicht hatten, musste nach dem Mehrheitswahlsystem
vorgegangen werden, was nachher bei der Auszählung eine große Mehrbelastung bedeutet.
In den Gemeinderat gewählt wurden:
| |
Otto Kipper |
82 Stimmen |
| | Ernst Hiester | 79 Stimmen |
| | Eduard Ketter | 73 Stimmen |
| | Peter Kävenheim | 62 Stimmen |
| | Max Mies | 62 Stimmen |
| | Hermann Hesser | 55 Stimmen |
Wahl des Bürgermeisters
Am 3. Dezember fanden sich die oben genannten neu gewählten Ratsmitglieder zur
Wiederwahl des Ortsbürgermeisters in der Schule ein. Amtsbürgermeister Häbler aus Treis
und ein ihn begleitender Amtssekretär leiteten den Wahlvorgang. Nachdem sich alle
Neugewählten durch Handschlag verpflichtetet hatten, wurde zur Wahlhandlung geschritten.
Jeder der sieben Gemeinderäte erhielt einen leeren Stimmzettel und schrieb darauf den
Namen des zu Wählenden. Herr Häbler sammelte die Stimmzettel ein und verlas das
Ergebnis.
Es lautete:
| |
Bernhard Scheuer |
4 |
| | Eduard Ketter | 1 |
| | Otto Kipper | 1 |
| | Hermann Liesenfeld | 1 |
Es erschien als Herr Scheuer mit Mehrheit gewählt, doch
zur allgemeinen Überraschung
nahm dieser nicht an, so dass der Amtsbürgermeister zu einem späteren Termin eine Neuwahl
festzusetzen versprach. Bevor es aber zu dieser Neuwahl kam, hat Herr Scheuer nach reifer
Überlegung das Amt des Ortsbürgermeisters doch wieder angenommen, das er nun schon das
9. Jahr versieht.
Milde Winter - späte Fröste
Der Winter von 1956 auf 1957 war außerordentlich mild, denn es gab außer einigen
Schneetagen im Dezember sonst kaum Frost und Schnee. Im Februar und März war es
vielfach so warm, dass man daranging, die Hausgärten zu bestellen. Doch brachte der Mai
auch heuer wieder späte Fröste, die empfindlichen Schaden verursachten.
DAS JAHR 1957/58
Schulangelegenheiten
Das neue Schuljahr begann am 30. April 1957 und brachte acht Schulneulinge, drei
Jungen wurden entlassen, somit ergibt sich folgender Schülerstand:
| Jungen |
27 |
| Mädchen | 23 |
|
| insgesamt | 50 |
Schädliche Maifröste
Wie der Chronist im Vorblatt bemerkte, war das Vorfrühlingswetter äußerst mild. Leider
sind die befürchteten Kälterückfälle nicht ausgeblieben. Mitte Mai, als die Strauch- und
Obstblüte schon längst vorüber war, setzten an einigen Tagen empfindliche Nachtfröste ein,
die zu starken Schäden an den jungentwickelten Früchten der Obstbäume (besonders Nüsse)
führten. Zwetschgen, Pflaumen und Apfelbäume werden keinen Ertrag haben, Birnen und
Kirschen sind spärlich. An den Beerensträuchern wirkte sich der Frost verheerend aus. Nach
den Frösten lagen die jungen Früchten von Stachel- und Johannisbeere wie besät am Boden;
es gibt als heuer davon keinen Ertrag.
Flurbereinigung
Die Aufteilung und Zusammenlegung der Gemarkungen ist nun soweit gediehen, dass
die Vermessungen hierzu beendet wurden. Ein Plan, am Gemeindehaus ausgehängt, gab der
Bevölkerung den neuesten Stand kund.
Schulausflug
Unser heuriger Schulausflug wurde gemeinsam mit der Oberstufe der Schule Lahr
durchgeführt. Er brachte uns nach Köln, wo wir den Dom, den Zoo und die Gartenausstellung
besichtigten.
50-jähriges Priesterjubiläum von Pater Hesser
Unser ehemaliger Geistlicher, Pater Hesser, der zur Zeit in einem Priesterheim in Ernst
wohnt, beging in unserer Pfarrkirche sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Dieser Tag wurde von
der Bevölkerung und der Pfarrgemeinde in festlicher Weise begangen, dem Jubilar wurden
zahlreiche Ehrungen zuteil.
Älteste Einwohnerin 90 Jahre alt
Unsere Dorfälteste, die im März ihr 90. Lebensjahr erreichte, fand von allen Seiten der
Bevölkerung zahlreiche Glückwünsche. Ein Schülerchor brachte der Witwe Maria Dobiasch
ein Geburtstagsständchen dar.
Renovierung der Kirche in Petershausen
Unsere Kirche in Petershausen zeigte schon seit Jahren am Mauerwerk breite Risse, die
sich ständig vergrößerten und besonders im Inneren einen hässlichen Anblick boten. Da
schließlich auch Gefahr bestand, dass sich eines Tages schlimmere Schäden einstellten, oder
gar Einsturzgefahr heraufbeschworen wurde, fasste der Kirchenvorstand unter der Leitung
unseres rührigen Geistlichen Pater Kirsch den Beschluss, an eine gründliche Ausbesserung zu
schreiten. Eine Fachkommission untersuchte die Ursachen der Risse und stellte folgendes
fest:
Der großen Belastung durch das Dach ist das Mauerwerk nicht gewachsen, der
Dachdruck ist so stark, dass er die Mauern zerpresst. Als Abhilfe empfahlen die Fachleute, die
Mauern rings unterhalb des Daches durch in die Mauern eingebaute Eisenträger zu verstärken.
Freilich konnte nicht sofort an die Arbeit geschritten werden, da erst an die Deckung der
enorm hohen Summe von zirka 30.000 DM gedacht werden musste. Zuerst appellierte Pater
Hesser an den Opferwillen der beiden Orte Zilshausen und Lahr und rief zu einer
Opfersammlung auf, da nur aufgrund einer schon vorhandenen Summe Baukostenzuschüsse
von Staat und Diozöse erteilt werden. Die Sammlung hatte unerwarteten Erfolg und brachte
einschließlich Getreidespenden 11.000 DM ein. Da nun die staatlichen und kirchlichen
Behörden die Restsumme zuschossen, konnte die Renovierungsarbeit beginnen, die von
Anfang Mai bis 25. Juli währte. Da es in dieser Zeit unmöglich war, Messen abzuhalten und
da in beiden Orten sowohl schmucke Ortskapellen vorhanden sind, und weiter in den Dörfern
sowohl Lehrer Kral in Zilshausen als auch Lehrer Goedert in Lahr Organisten sind, und da
schließlich auch zwei Priester vorhanden waren, (Lahr = Gastpater Werdier aus Brasilien)
konnten die Bewohner aus beiden Orten in diesen Monaten werktags und auch sonntags
ungestört ihren Gottesdienst halten.
Wiedereinzug in die renovierte Kirche
Zum Kirchweihfest am 28. Juli war es nun endlich so weit, dass die renovierte Kirche
wieder ihr Pforten öffnete. Man bewunderte nicht nur, dass die hässlichen Risse alle
verschwunden waren, man sah auch mit Staunen den hellen freundlichen Innenanstrich,
bemerkte die neuen helleren Lampen und freute sich ganz besonders über den neuen
elektrischen Liederanzeiger. Vom Organisten beim Orgeltisch aus bedient, erscheinen in einer
über dem Marienaltar angebrachten Mattglasscheibe die beleuchteten Nummern des zu
singenden Liedes - eine sehr begrüßenswerte moderne Neuanschaffung. Das vierstimmige
gesungene Segenshochamt unter den Klängen der ebenfalls gründlich überholten Orgel gab
uns allen die festliche Gewissheit, dass unsere Kirche wieder schöner und schmucker als je ist;
möge Gott seine Segenshand noch lange über sie halten!
Sommerwetter
Der heurige Sommer zeigte sich im Gegensatz zum vorjährigen von der besten Seite. Im
Juli war es durchwegs sonnig und sehr heiß. Einige Regentage kurz vor der Ernte brachten
ergiebige Niederschläge für Rüben, Kartoffeln, Futter und Gärten. Anfang August setzte
wieder sommerliches Schönwetter ein, so dass die Ernte, die sehr gut ausgefallen war, trocken
unter Dach und Fach kam.
Wahl zum Bundestag
Am 15. September 1957 fand in allen Orten der Bundesrepublik die Wahl zum neuen
Bundestag statt. Die Wahlvorbereitung und der Wahlkampf verliefen ruhig; auch bei der
Abgabe der Stimme ereigneten sich kaum nennenswerte Zwischenfälle. Um die Gunst der
Wähler hatten sich insgesamt 13 Parteien beworben, doch es war niemand mehr ein
Geheimnis, dass der Machtkampf nur zwischen den beiden großen Parteien, der CDU und der
SPD, ausgetragen wurde. Erstere, die seit Bestehen der Bundesrepublik mit Konrad Adenauer
als Kanzler die Regierung stellte und durch ihre kluge Außenpolitik und geschickte
Finanzpolitik das Ansehen der Bundesrepublik nicht nur so gehoben hatte, dass wir heute zu
den wirtschaftlichen stärksten Ländern Europas zählen, die CDU also, hatte alle Trümpfe in
der Hand, um die Wählermassen neuerlich für sich zu gewinnen. Die SPD dagegen hatte
außer ihrer seit Jahren währenden unfruchtbaren Opposition und Kritik nichts Brauchbares
und die Wähler Fesselndes zu bringen.
Es war unausbleiblich, dass die CDU den Wahlsieg, und zwar diesmal mit der absoluten
Mehrheit davontrug.
Die endgültigen Ergebnisse der Bundestagswahl waren:
| |
Wahlberechtigte: |
35226212 |
| | Wähler | 31072894 |
| | Wahlbeteiligung | 88,2 % |
Von den abgegebenen Stimmen entfielen auf:
| |
1. CDU |
39,7 % |
| | 2. SPD | 31,8 % |
| | 3. CSU | 10,5 % |
| | 4. FDP | 7,7 % |
| | 5. BHE | 4,6 % |
| | 6. DP | 3,4 % |
| | 7. Splitterparteien | 2,4 % |
Nach der konstituierenden Versammlung des Bundestages wurde Konrad
Adenauer wiederum zum Bundeskanzler gewählt.
DAS JAHR 1958/59
Schulereignisse
Das neue Schuljahr begann am 15. April 58. Da sechs Schüler neu eingeschult wurden,
ergibt sich folgende Schülerzahl:
| Knaben |
28 |
| Mädchen | 23 |
|
| insgesamt | 51 |
Frühlingswetter
Der heurige Frühling war für die Vegetation außerordentlich günstig. Im Mai gab es sehr
reichliche Niederschläge, dazu brachten die Eisheiligen heuer ausnahmsweise keine Fröste.
Deshalb haben sich nicht nur das Futter, Klee und Getreide günstig entwickelt, auch die
Beeren- und Obsternte versprechen reichliche Erträge.
Neue Handarbeitslehrerin
Lehrerin Stollenwerck aus Sieg, die an der hiesigen Schule den Handwerksunterricht
erteilte, wurde nach Koblenz versetzt. An ihre Stelle wurde Fräulein Helga Hilgen berufen.
Kanalisierung
Die Gemeinde Zilshausen ließ durch die Baufirma Schnorpfeil aus Mörsdorf die
Kanalisierung des Ortes durchführen. Alle Abwässer der Häuser werden durch einen unter der
Hauptstraße liegenden Kanal erfasst und durch diesen über die Wiesen in eine Kläranlage
geleitet, von wo sie in den Dünnbach abfließen. Wie man hört soll die ganze Anlage an die
270.000 DM gekostet haben.
Gemeindewaschanstalt
Schon lange Zeit hatten die Hausfrauen den berechtigten Wunsch, dass auch etwas getan
werden müsste, um ihre Arbeit zu erleichtern. Vor allem strebten sie danach, eine öffentliche
Waschanstalt zu bekommen. Mit Recht wandten sie ein, dass sich der Mann für beinahe alle
Arbeiten Maschinen und elektrische Geräte anschafft, um sich die landwirtschaftlichen
Arbeiten zu erleichtern, währen die vielgeplagte Bäuerin sich Woche für Woche in
mühseliger Handarbeit mit der Wäsche plagen und rackern musste. Diesen immer lauter
werdenden Wunsch konnte sich im Zeitalter der Mechanisierung unsere Gemeindevertretung
nicht verschließen, und nach dem gefassten Beschluss wurde an die Verwirklichung der
Erstellung einer Gemeinschaftswaschanlage gestritten. Der Raum hierfür wurde durch
Einziehung einer Mauer im Backhaus gewonnen, die Maurer- und Schreinerarbeiten durch
einheimische Kräfte verrichtet. Das Verlegen der Kanalisation besorgte Schmiedemeister
Ohlberger aus Sabershausen, und die Einrichtung des elektrischen Stromes und das
Anbringen der Zähler erledigte die AEG Cochem. Nachdem auch die Frage eines staatlichen
Zuschusses zufriedenstellend geklärt war, konnte jetzt an die Anschaffung der Maschinen
gedacht werden. Nach sorgfältiger Beratung und Prüfung der zahlreichen Angebote wurde
beschlossen, zwei Vollautomaten der Firma "Zanker" zu wählen, und zwar eine Maschine für
acht Kilogramm und die andere mit sechs Kilogramm Fassungsraum an Trockenwäsche. Der
Anschaffungspreis einschließlich Montagekosten betrug 5200 DM.
Am 31. März war es nun soweit , dass die Anstalt zur öffentlichen Benutzung
freigegeben wurde. Die Frauen waren begeistert über die Arbeitsweise dieser hochmodernen
Maschinen. Die Trockenwäsche wird eingefüllt, das Waschpulver zugeschüttet - und ohne
jeglichen Handgriff arbeiten die Automaten in etwa einer Stunde auch die schmutzigste
Wäsche blütenweiß sauber.
Seit diesem Tage stehen die Maschinen an keinem Wochentag still und alle Hausfrauen
freuen sich über die großartige Arbeitserleichterung. Auch die Gemeinde kann zufrieden sein,
denn durch die starke Benutzung finanzieren sich die Maschinen von selbst - und wie eine
Durchrechnung zeigt, sind sie in etwa zwei bis zweieinhalb Jahren restlos bezahlt.
Schulausflug
Der Schulausflug am 3. Juli führte Schüler und Lehrer der Schulen Zilshausen und Lahr
mittels Omnibus zuerst nach St. Goar am Rhein. Nach Besichtigung der Burg Rheinfels
wurde eine Schiffspartie bis Kaub unternommen, dann mit dem Bus bis Rüdesheim gefahren
und das Niederwalddenkmal besichtigt. Anschließend erfolgte über Stromberg, Simmern,
Kastellaun die Heimfahrt.
Jugendsportfest
Die alljährlich auszuführenden Jugendsportfeste aller Schulen wurden ab 1958
zentralisiert, so dass alle Schulen des Amtsbezirks nach Treis kamen, um sich dort mit den
Schülern von 10 - 14 Jahren in den drei Disziplinen Weitsprung, Lauf und Ballweitwurf zu
messen. Alle Schüler über 45 Punkte erhielten eine Siegerurkunde - Schüler mit 55 Punkten
erhielten die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten. Bester Turner unserer Schule war der
Schüler im vierten Schuljahr Hermann Schug mit 50 Punkten.
Feuersbrunst in der Sargfabrik
In der Nacht des 22. Mai wurden die Einwohner unseres Ortes durch die Feuerglocke jäh
aus dem
Schlaf gerissen. Die Sargfabrik des Hermann Hesser stand in Flammen! Die Ursache
des verheerenden Brandes, der das Unternehmen bis auf die Mauern vernichtete, konnte nicht
ermittelt werden, auch kam jede Hilfe zu spät. Bei diesem Feuer zeigte sich sehr deutlich,
dass die Ortsfeuerwehr einerseits und die Wasserversorgung andererseits keinesfalls
ausreichend ist. Es fehlt bei der Feuerwehr an der nötigen Zusammenarbeit - so z.B. war
niemand da, der die Alarmierung besorgte. Es dauerte eine sehr lange Zeit, bis die Spritze
überhaupt in Gang kam - und als diese endlich soweit war, fiel das Wasser gänzlich aus, da
durch Stromausfall die Wasserpumpe nicht mehr tätig war.
|
|
 |
Man musste müßig zusehen, wie
der Brand, der an den gespaltenen Hölzern, Spänen und Farben reiche Nahrung fand, die
Fabrik einäscherte. Es war ein Glück, dass die Fabrik abseits stand, sonst wäre eine
Katastrophe unvermeidlich gewesen.
Günstige Ernte
Da das Wetter den Sommer über und auch im Frühherbst sehr günstig war, gab es an
Getreide, Hackfrüchten und Obst eine sehr reiche Ernte. Ebenso meldete man aus den
Weinanbaugebieten eine Rekordernte.
Schulschluß
Das Schuljahr schloss am 20. März, fünf Kinder wurden entlassen. Zwei Knaben aus
dem 5. Schuljahr sind zum Besuche der Realschule in Kastellaun abgemeldet, so dass noch 44
Kinder verbleiben. An Schulneulingen wurden fünf Kinder aufgenommen.
Also ergibt sich ein Schülerbestand von 49 Kindern.
DAS JAHR 1959/60
Im neuen Schuljahr, das am 8. April begann, gab es fünf
Neueinschulungen, so dass sich folgende Schülerzahl ergibt:
| Knaben |
28 |
| Mädchen | 22 |
|
| insgesamt | 50 |
Sitzung über Einrichtung einer zweiten Schulstelle
Da die Schülerzahl an unserer Schule ständig wächst und in den nächsten Jahren weit
über 51 liegen wird, hat das Schulamt den Gemeinderat aufgefordert, in einer Stellungnahme
über eine Teilung der Klasse zu beschließen. Zu diesem Zwecke fanden sich am 10. April die
Mitglieder des Gemeinderates und Schulausschusses zu einer Sitzung im Schulsaal
zusammen. Zuerst ergriff Lehrer Kral das Wort und legte den derzeitigen Stand und den zu
erwartenden Schülerstand der nächsten Jahre dar. In seinen weiteren Ausführungen machte er
den erzieherischen Wert einer Klassenteilung klar und bat die Mitglieder der
Gemeindevertretung bei ihrer Beschlussfassung doch stets das Wohl der Kinder zu
berücksichtigen. In seiner Antwort gab Ortsbürgermeister Scheuer die Bedenken der
Amtsverwaltung Treis gegen eine Teilung; er meinte, dass die Schülerzahl durch
Abwanderung an die Realschule sinken würde, dass der Gemeinde vermeidbare Kosten durch
Einrichtung eines zweiten Klassenraumes erwachsen würden und dass die Gemeinde nicht in
der Lage sei, der zweiten Lehrkraft eine Wohnung zu stellen. Der Beschluss dieser Sitzung
lautete also:
Die Gemeindevertretung ist für eine Teilung der Klasse, aber nur dann, wenn sie keine
Kosten zu tragen hätte; die zweite Lehrkraft müsste einstweilig im Gemeindesaal
untergebracht werden.
Sportfest
Das Jugendsportfest fand auch heuer auf dem Sportplatz in Treis statt. Wie im Vorjahre
versammelten sich dort alle Schulen der Amtsverwaltung, um mit den Jungen von 10 bis 14
Jahren am Dreikampf teilzunehmen. Die Veranstaltung litt unter der großen Hitze (36 Grad
im Schatten) und man war froh, dass die Wettkämpfe gegen 13 Uhr beendet waren.
Plan zu einer Erweiterung der Schule
Wie der Leser aus der Schüleraufstellung sicher schon entnommen haben wird, steigt die
Kinderzahl von Jahr zu Jahr. Im heurigen Jahr sind 50 Kinder, das nächste Jahr bringt schon
57, zu Ostern 1961 sind es voraussichtlich 59 Kinder, die die Schule besuchen.
Da in einklassigen Schulen die Messzahl bei 51 Kinder liegt, besteht bei uns günstige
Voraussetzung zur Einrichtung einer zweiten Schulstelle. Das Schreiben des Kreisschulamtes
war der Grund, warum wiederum Gemeinderat und Schulausschuss in einer Sitzung am 21.
12. dazu Stellung nehmen mussten. Der Verlauf der Debatte nahm diesmal ganz andere,
günstigere Formen. Während man in der vorjährigen Sitzung die Auffassung der
Amtsverwaltung in Treis deutlich vertrat, und zwar nur keine unnützen Kosten zu
verursachen, keinerlei Neubauten, und wenn schon Teilung, dann Unterbringung im
Gemeindesaal, unter der Bedingung, dass die Schulbehörde die Einrichtung stellt, waren alle
Anwesenden diesmal einmütig der Auffassung, dass etwas Entscheidendes geschehen muss,
da eine Teilung unbedingt erforderlich ist. Es wurden verschiedene Pläne diskutiert:
| |
1. |
Unterbringung der zweiten Klasse im Gemeindesaal.
Dieser Plan wurde fallengelassen, da er undurchführbar ist. |
| | 2. |
Vorschlag des Herrn Pater Kirsch, eine neue Schule für die Orte Lahr
und Zilshausen in Petershäuserhof zu erstellen.
Auch dieser Plan verfiel der Ablehnung, da die Zilshausener Vertreter
dagegen stimmten. |
| | 3. |
Aufstockung des Schulsaals und so Gewinnung einer zweiten Klasse. |
| | 4. |
Neubau einer zweiklassigen Schule einschließlich Lehrerdienstwohnung. |
Nachdem auch schon eine Kommission der Regierung das Bauprojekt begutachtet hatte
und bekannt wurde, dass nur der Plan als Anbau einer zweiten Klasse mit Unterkellerung in
Betracht käme, hoffte die Gemeinde, dass noch in diesem Schuljahr die Umbaulichkeiten vor
sich gehen würden. Leider müssen die Umbaupläne noch für einige Zeit zurückgestellt
werden, da die Gemeinde keinerlei Barmittel zur Verfügung hat und auch amtlicherseits keine
weiteren Schritte unternommen wurden. Wie verlautet, müsse sich die Schulgemeinde eher
dem Plane einer Verbandsschule Zilshausen-Lahr in Petershäuserhof vertraut machen.
NACHTRAG
Auszüge aus dem Verwaltungsbericht der Amtsverwaltung Treis
für die Jahre 1947 - 1959
1. W a l d b e s i t z
Für viele Gemeinden des Amtsbezirks bedeutet der Waldbesitz ein ansehnliches
Vermögen und bei normalen Holzpreisen auch eine gute Einnahmequelle.
Nicht immer wurde der Wald von den Gemeinden pfleglich behandelt. Wir müssen mit
Bedauern feststellen, dass seit 1933 im Wald Raubbau und seit 1933 mit ihm Schindluder
getrieben wurde.
Nach dem Kriege nahmen die Holzeinschläge für die Besatzung furchtbare Formen an.
Besonders hart getroffen waren die Gemeinden Lieg, Lütz, Mörsdorf, Treis und Zilshausen.
Allein in den Forstwirtschaftsjahren 1947 und 1948 wurden in diesen Gemeinden für die
Besatzung folgende Holzmengen geschlagen:
| |
Lieg |
300,35 fm Nadelholz |
1654 fm Laubholz |
| | Lütz | | 1126 fm Laubholz |
| | Mörsdorf | 1319,21 fm Nadelholz | 4478 fm Laubholz |
| | Treis | | 8535 fm Laubholz |
| | Zilshausen | 593,06 fm Nadelholz | 1330 fm Laubholz |
Besonders fremdländiche Holzfällerkommandos waren in den Waldungen mit dem
Holzfällen beschäftigt. Sie mussten zeitweise in Mörsdorf, Lahr, Lieg und Treis einquartiert
werden.
Diese Holzfällungen für die Besatzung wurden erst im Jahr 1949 beendet.
Neben dem Nutzholz mussten auch große Mengen Brennholz für französische Holzlager
in Urmitz und Koblenz geliefert werden.
Außerdem musste von den waldreichen Gemeinden Brennholz an waldarme Gemeinden
geliefert werden, weil mineralische Brennstoffe nicht zu haben waren. In dem Wald
verschiedener Gemeinden schlugen einige Gemeinden vom Maifeld viele hundert Festmeter
Brennholz.
Neben der großen Ausbeutung des Waldes seit 1933 richtete der Borkenkäfer durch
übermäßiges Auftreten in den Jahren 1946/49 großen Schaden an. Weitere Schäden
entstanden dadurch, dass der Holzeinschlag in den Jahren nach dem Krieg durch
Selbstwerbung erfolgte. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass durch das Schlagen des Holzes von fachunkundigen
Menschen Schaden entsteht. Die Gemeinden ließen sich nicht entmutigen und gingen nach
der Währungsreform tatkräftig in die Aufforstung.
So ergeben sich für die Gemeinde Zilshausen folgende
Zahlen:
| |
Waldbesitz: |
Hochwald |
204 ha |
| | Niederwald | 24 ha |
| | insgesamt | 228 ha |
| |
| | Aufforstung seit 1947: | | 35,50 ha |
Holz war, wie alle Rohstoffe, zwangsbewirtschaftet. Es wurde den Holzhändlern und
holzverarbeitenden Betrieben zugeteilt und zwar zu einem Preis, der zum wirklichen Wert des
Holzes in einem offenbaren Missverhältnis stand.
Bei der Währungsreform hatten viele ihre Holzlager mit Vorräten gespickt; die Wälder
waren ausverkauft. Die Währungsreform sah jeder einsichtige Mensch kommen. Und deshalb
waren die meisten Kaufleute verständlicherweise darauf bedacht, für ihr schlechten Geld noch
möglichst viel Ware zu erhalten. Auf der anderen Seite versuchten natürlich auch viele
Gemeinden den Abschluss der Holzkaufverträge möglichst lange hinauszuschieben.
Das ist nicht überall gelungen. Wir wollen aber nicht annehmen, dass sich alle
Holzfirmen hinter die Militärregierung gesteckt haben, um die Gemeinden zu veranlassen, die
Kaufverträge zu unterschreiben. Wir können mit einigermaßen Genugtuung feststellen, dass
im Amtsbezirk Treis noch verschiedene Gemeinden Holz, das schon vor der Währungsreform
gefällt, aber noch nicht ordnungsgemäß verkauft war, in DM bezahlt bekamen. So erhielten
für Nutzholz zum Beispiel die
| |
Gemeinden: |
Mörsdorf |
DM |
7.000 |
| | Zilshausen | DM | 31.500 |
| | Lieg | DM | 15.000 |
| | Treis | DM | 127.000 |
2. S c h u l w e s e n
Namen der Lehrer seit dem 2. Weltkrieg
| |
Zilshausen |
Werner Josef |
1942 bis 01.10.51 |
| | Mies Hubert | 1951 bis 21.06.52 |
| | Kral Herbert | seit 22.06.1952 |
| |
Zahl der Schulkinder |
1949: 37 |
1954: 46 |
| | 1950: 40 | 1955: 48 |
| | 1951: 40 | 1956: 47 |
| | 1952: 39 | 1957: 50 |
| | 1953: 54 | 1958: 51 |
3. W a s s e r v e r s o r g u n g
Die Gemeinde Zilshausen hatte eine im Jahre 1927 erstellte Wassserversorgungsanlage.
Aus sehr wasserreichen 'Talquellen entnahm die Gemeinde ihr Wasser und führte es über eine
hydraulische Pumpe dem Hochbehälter zu.
Die Quellenzuleitung, die bereits in der Zeit des passiven Widerstandes gebaut wurde,
bedurfte einer Erneuerung. Diese wurde in Jahre 1927 durchgeführt. Das hydraulische
Pumpwerk (Lampach-Pumpe) verbrauchte jedoch so viel Wasser zum Antrieb, dass in den
Sommermonaten die Versorgung von Zilshausen keineswegs genügte.
Das hydraulische Pumpwerk wurde stillgelegt und an günstiger Stelle ein
Elektropumpwerk gebaut und mit einer Entkeimungsanlage zusätzlich ausgerüstet.
Die Umstellung brachte den gewünschten Erfolg" so dass es noch möglich wurde, die
Gemeinde Lahr zusätzlich an die Versorgungsanlage Zilshausen anzuschließen.
4. B e s o n d e r e M a ß na h m e n : Z i l s h a u s e n
| 1949: |
Neubau des Gemeindehauses mit Wohnung u. Brausebäder, Backhaus,
Brausebad, Feuerwehrgeräteraum, Gemeindesaal, eine Wohnung.
Das frühere Gemeindehaus wurde 1945 durch die
Kriegseinwirkung zerstört. |
| 1950: | Fertigstellung des Gemeindehauses |
| 1950: | Neufassung der Quellfassung am Pumpwerk
Wegeunterhaltung |
| 1951: | Straßeninstandsetzung
Aufforstung von Kahlflächen |
| 1954: | Straßenbau
Instandsetzung der Kapelle |
| 1955: | Straßenpflasterung im Unterdorf |
| 1956: | Straßenbau in Petershausen |
| 1957: | Zuschuss an die Kirchengemeinde für Instandsetzung der Kirche
Kanalisierung mit Kläranlage
Flurbereinigung (Pläne wurden zugeteilt) |
5. Z u r P f a r r - V i k a r i e P e t e r s h a u s e n
| Pfarrer: |
Alois Schmitt |
von 1941 - 1951 |
| Pfarr-Verw.: | Alois Hesser | von 1951 - 1955 |
| Pfarrer: | Michael Kirsch | seit 1955 |
| |
| 1953 Juli | Einweihung 2 neuer Glocken als Ersatz für die im Kriege
beschlagnahmten Glocken |
| 1956 Februar | 50-jähriges Priesterjubiläum des China-Missionars und
ehemaligen Pfarr-Verw. P.A. Hesser aus Lahr |
| 1957 Mai-Juli | Reparatur und Malen der reparaturbedürftigen Kirche St.
Marie- Magdalena in Petershausen |
| 1957 März | Der unter Denkmal-Schutz stehende Turm der alten Kirche
(erbaut 1740) wurde, weil er baufällig war, gesprengt.
(Er war bereits seit 1948 ein Schutthaufen) |
| 1957 September | Übergang der uralten Dreifaltigkeits-Kapelle, die in
Privatbesitz gewesen, in den Besitz der Pfarr-Vikarie
Petershausen, infolge Flurbereinigung. (Die Kapelle
ist am Ausgang des Petershäuser Hofes nach Lahr gelegen.) |
6. R a i f f e i s e n k a s s e
| Sie wurde gründet: |
1905 |
| Zur Raiffeisenkasse gehören die Gemeinden Zilshausen und Lahr |
| Mitgliederzahl am 1. Januar 1959: | 61 |
| Vorsitz des Aufsichtsrates: | Peter Liesenfeld | von 1935 bis 1938 |
| | Jakob Escher | seit 1938 |
| Rendant: | Eduard Ketter | seit 1.1.1939 |
- Ende Anhang Verwaltungsbericht Amt Treis 1947 - 1958 -
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